Gloria erzählt aus dem Alltag einer Hundetrainerin :-)

Gloria Volkheimer, von fiffiundstruppi.de, ist seit einigen Jahren deutschlandweit in der Verhaltensberatung tätig mit einem starken Fokus auf Tierschutzhunden. In dieser Rubrik wird uns Gloria aus ihrem Hundetrainer-Alltag berichten und damit zum Nachdenken und zum Schmunzeln anregen.

„Warum läuft dein Hund an der Leine?“

Kennt ihr dieses Bild von Hundebesitzern, die mit ihren Hunden überall ohne Leine laufen können, dabei spazieren Hund und Mensch in einer romantischen Einheit nebeneinander als ob ein unsichtbares Band sie verbindet? Hach, diese Vorstellung ist doch das Idealbild vieler Hundebesitzer. Und viele Hundebesitzer leben dieses Ideal – beispielsweise auch in der Münchner Innenstadt, in der auch ich zuhause bin.

Und immer öfter kommt es vor, dass Menschen mich fragen warum meine Hündin denn auf den Gehsteigen der Innenstadt an der Leine läuft, ich wäre doch schließlich Hundetrainerin und da müsste doch meine eigene Hündin immer und überall ohne Leine laufen können.

Die Antwort ist: Weil ich  als Hundetrainerin genau weiß, dass Hunde keine kleinen Roboter sind, die in allen Situationen und unabhängig von der Umwelt völlig angepasst und vorhersehbar reagieren. Wir können unsere Hunde zwar bestmöglich erziehen und sicherlich auch gezielt trainieren, aber wir können die Umwelt nicht immer beeinflussen. Meine Hündin ist tendenziell schreckhaft. Wenn ein 2-jähriges Kind plötzlich mit dem Roller vor uns hinfällt, wenn ein Moppet ungewöhnlich laut knallt oder 6 Jugendliche auf Skateboards plötzlich aus einer Einfahrt herauskommen, dann fühlt meine Hündin sich wohler und sicherer an der Leine.

Für uns ist die Leine also keine Einschränkung, sondern eine positive Verbindung, die es uns ermöglicht auch im städtischen Umfeld gemeinsam tiefenentspannt durch die Straßen zu streifen. Möglichkeiten zum Freilauf sind ja in den Parks und außerhalb der Stadt mehr als ausreichend vorhanden.

Ach und übrigens, hier kommt die Wahrheit über die Hunde, die immer freilaufen: die Hälfte der Hunde, die mir unangeleint begegnen rennen unkontrolliert über die Straße, wenn sie meine Hündin erblicken. Und was passiert dann? Die Besitzer brüllen dem Hund hinterher, werfen Leinen, stampfen laut auf den Boden, packen den Hund und reißen ihn zurück. Und das beschreibt eigentlich noch den best case, wenn man bedenkt was sonst noch so passieren könnte.

Natürlich gibt es sie, die 5% der Hunde, die so tiefenentspannt, souverän und wesensfest sind, dass sie auch an der Straße nichts aus der Ruhe bringen kann. Solltest du einen dieser Hunde besitzen, dann genieße es. Für alle anderen gilt: ihr seid nicht allein!

Schreibt mir gerne über eure eigenen Erlebnisse dazu, oder welche Themen euch gerade in der Hundeerziehung beschäftigen. Ich freue mich, von euch hier zu hören!

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